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Wie steht es mit Zivilcourage?

Deutschland. Eine aktuelle Studie der SRH Hochschule Heidelberg zeigt: In Sachen Hilfsbereitschaft brauchen die Deutschen dringend Nachhilfe. Wirtschaftspsychologie-Studierende haben über mehrere Wochen beobachtet, wie viele Menschen an einem öffentlichen Ort bereit sind, anderen zu helfen. Nur 94 von 7.000 PassantInnen gingen dabei auf einen sich scheinbar vor Schmerzen krümmenden Menschen zu. So erschreckend das Ergebnis, so bekannt die Tatsache. Ähnlich dem aktuellen Feldversuch haben vorangegangene Studien gezeigt, dass vor allem in bevölkerungsreichen Ballungsgebieten Wegschauen ein verbreiteteres Phänomen ist als Eingreifen.

Ist Zivilcourage erlernbar? In der kostenlosen Publikation "Zivilcourage lernen: Analysen - Modelle - Arbeitshilfen" gibt die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) Anleitungen zur Förderung sozialen Verhaltens "von unten". Denn bereits bei der Kindererziehung entscheide sich, wie hilfsbereit ein Mensch später im Alltag auftritt. Und auch in der Praxis gilt: Sicherheit schafft Hilfsbereitschaft. Sollten Erste-Hilfe-Kurse bereits in der Schule und nicht erst bei der Führerscheinprüfung verpflichtend sein? Wie oft sollte das Gelernte aufgefrischt werden? Laut der Cambridge-Studie ist Hilfsbereitschaft nämlich ansteckend. "Wer zusieht, wie ein Mensch anderen selbstlos hilft, kann sogar zu eigener Hilfeleistung motiviert werden", so Studienleiterin Schnaller.

Weitere Informationen erteilt die:


Bundeszentrale für politische Bildung
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53113 Bonn
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